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Monogioudis: Drogenkonsum an den Wurzeln bekämpfen

Erklärung am internationalen Tag gegen Drogenmissbrauch

Der heutige Internationale Tag gegen Drogenmissbrauch steht unter dem Motto "Drogen sind kein Kinderspiel". Anlässlich dieses Mottos appelliert die Grazer Gesundheits-Stadträtin Wilfriede Monogioudis gerade an die Erwachsenen, ihr Augenmerk verstärkt auf die Arbeits-, Ausbildungs- und Lebensbedingungen junger Menschen zu richten.

Einstiegsalter sinkt
Das Alter, in dem Jugendliche zum ersten Mal zu illegalen Drogen greifen, ist europaweit und auch in der Steiermark deutlich gesunken. "Für Jugendliche unter 16 Jahren sind alle Drogen illegal, nicht nur Cannabis und andere illegalisierte Drogen, sondern auch Alkohol und Tabak. Wir beobachten in allen Bereichen ein Sinken des Einstiegsalters, beispielsweise bei Tabak liegt es mittlerweile bei 13 Jahren."

Nicht nur Warnungen aussprechen, sondern Ursachen bekämpfen
Die Rahmenbedingungen in der Ausbildungs- und Berufswelt sind für junge Menschen in den letzten Jahren prekärer geworden, aber auch die familiären Bedingungen haben sich verändert. Einerseits werden verstärkte Leistungsbereitschaft bei steigendem Arbeitstempo gefordert, andererseits schwinden gleichzeitig die Chancen und die Sicherheiten, die jungen Menschen geboten werden. Unsere Arbeitswelt fordert heute neben großer Disziplin, Loyalität und Leistungsbereitschaft ein großes Maß an physischer bzw. psychischer Belastbarkeit, örtlicher und zeitlicher Flexibilität und vieles mehr - und gewährt vergleichsweise keine Sicherheiten.
"Unsere Bemühungen, Kinder und Jugendliche vor Drogenkonsum zu schützen" so die Stadträtin, "wird zu kurz greifen, wenn wir Jugendliche lediglich vor den Gefahren warnen. Vielmehr müssen junge Menschen gerade in der Ausbildungs- und Berufseinstiegsphase von uns allen Signale der Sicherheit und der Akzeptanz erhalten, dass sie mit allen ihren Fähigkeiten, aber auch Bedürfnissen von der Gesellschaft gewollt und gebraucht werden." appelliert die Stadträtin.

26. Juni 2006