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Monogioudis stellt neue "Winterdienst-Strategie" vor

Unterschiedliche Maßnahmen je nach Witterung und Bedeutung

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KP Stadtrtin Wilfriede Monogioudis

Angenehm sonnige Tage werden uns derzeit vom Wetter beschert, doch der Winter steht schon vor der Tür. Auf den Tag genau vor zwei Jahren tanzten bereits die ersten Flocken vom Himmel herab, für die Mitarbeiter der Wirtschaftsbetriebe bedeutet diese Jahreszeit daher, in ständiger Rufbereitschaft für einen möglichen „Winterdienst-Einsatz“ zu sein.

Im Rahmen einer Pressekonferenz präsentierte Stadträtin Wilfriede Monogioudis heute gemeinsam mit Wirtschaftsbetriebe-GF Dr. Gerhard Egger, DI Peter Felber vom Kuratorium für Verkehrssicherheit und Ing. Günther Volkmer, Leiter des Winterdienstes, das Projekt „differenzierter Winterdienst“: Dieses Konzept sieht vor, dass je nach Witterung und Bedeutung einer Verkehrsfläche unterschiedliche Maßnahmen gesetzt werden.
Gute Erfahrungen

Erstmals wird heuer in den Bezirken Liebenau, Puntigam sowie in Teilgebieten von St. Peter, Jakomini, Gries und Strassgang die Splittstreuung durch Feuchtsalz ersetzt. In der Rudersdorfer Au und im Murfeld wird es in der verkehrsberuhigten Zone eine intensivere Schneeräumung, aber keine Streuung geben - betroffen sind davon immer nur Fahrbahnen. „Die Erfahrungen in deutschen Städten wie München und Nürnberg haben uns bestärkt, diese Vorgangsweise auch in Graz zu probieren“, erklärte Monogioudis. Per Gemeinderatsbeschluss vom 22. September dieses Jahres wurden Richtlinien für eine schrittweise Einführung des differenzierten Winterdienstes in Graz geschaffen. Dieser Beschluss wird im Testgebiet im Süden von Graz heuer probeweise umgesetzt; das restliche Straßennetz wird wie bisher betreut werden.

Bisher sah der Winterdienst nach der Schneeräumung eine nahezu flächendeckende Streuung mit Splitt auf Nebenstraßen vor: „75 bis 80 Prozent“, spricht Dr. Egger in Zahlen und ergänzt „Feuchtsalz kam nur zu 25 Prozent zum Einsatz, Ziel wäre es diese Prozentsätze umzudrehen und Splittstreuung nur mehr zu einem geringen Anteil einzusetzen.“

Die Flotte der Wirtschaftsbetriebe (alle Fahrzeuge werden bzw. sind mit Partikelfilter ausgestattet) wartet schon auf ihren Einsatz.

Feinstaubproblem
Für das Feinstaubproblem in Graz dürfe man den Splitt jedoch keinesfalls verantwortlich machen, betonte Monogioudis: „In den letzten Tagen hatten wir beispielsweise erste Überschreitungen der Feinstaub-Grenzwerte, gleichzeitig haben wir aber bislang keinen Splitt ausgebracht. Das heißt, dass wir mit dem differenzierten Winterdienst vielleicht einen kleinen Beitrag zur Verbesserung der Luftsituation leisten, aber das Feinstaub-Problem nicht wirklich lösen können.“

Im Testgebiet Rudersdorfer Au und Murfeld wird es probeweise keine Streuung, dafür aber eine verstärkte Schneeräumung geben. Die Autofahrer werden in den betroffenen Gebieten mittels Beschilderung deutlich auf die neuen Gegebenheit hingewiesen und müssen dann ihre Fahrgeschwindigkeit dementsprechend anpassen.

"Weiße Engel"
Das Projekt wird vom Kuratoriums für Verkehrssicherheit unterstützt und begleitet. Sogenannte „weiße Engel“ werden die Verkehrsteilnehmer im Testgebiet auf die besondere Situation aufmerksam machen. Und die Experten des Kuratoriums werden in den kommenden Monaten an exponierten Stellen das Fahrverhalten der Autofahrer sowie Fußgänger genau unter die Lupe nehmen.

Die ersten Rückmeldungen aus den Bezirken waren bis dato sehr positiv. „Wenn wir damit, ähnlich wie in Deutschland, Erfolge erzielen können, wird der differenzierte Winterdienst in Zukunft auch auf andere Stadtteile ausgeweitet werden“, kündigte Monogioudis an.
Quelle: Sonja Tautscher

30. Mai 2009