Nach WK-Kritik: Kein Rütteln an Innenstadtentflechtung!

„Die Innenstadtentflechtung ist beschlossen, und daran wird auch nicht gerüttelt“, betont Stadträtin Elke Kahr im Zusammenhang mit dem Vorstoß der Wirtschaftskammer.

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"An der Innenstadtentflechtung wird nicht gerüttelt", zeigt sich Stadträtin kahr entschlossen.

„Die Alternativen sind zigfach über Jahrzehnte geprüft und eine weitere Verzögerung würde enormen Schaden verursachen.“ Gleichzeitig mit der zügigen Umsetzung dieses Schüssel-Vorhabens für den ÖV müssten aber auch Überlegungen für eine Neuorganisation des Verkehrs im Westen des Zentrums in ein konkretes Konzept gegossen werden: „Ein Verkehrskonzept Innenstadt West als Grundlage ist in Vorbereitung. Die Beauftragung hängt am derzeitigen Finanz-Lockdown“, so KP-Stadträtin Elke Kahr.

Mit dem Bau der Innenstadtentflechtung über die Neutorgasse – Andreas-Hofer-Platz – Tegetthoffbrücke – Belgiergasse – Vorbeckgasse – Annenstraße, die aktuell für den Zeitraum 2022-24 vorgesehen ist, ergibt sich die Notwendigkeit und auch die Chance, den Verkehr in der Innenstadt neu zu organisieren. Dabei sollen verschiedene Lösungsansätze für alle Mobilitätsformen faktenbasiert untersucht werden, ausgehend von der Neutorgasse, um die neue Tram-Linie möglichst behinderungsfrei führen und zugleich Spielraum für eine neue Radachse und mehr Raum für FußgängerInnen und Grün schaffen zu können. Rechts und links sollen Fuzo-Erweiterungen oder Begegnungszonen und eine Adaptierung des Parkraumkonzepts (z.B. Erweiterung Tiefgarage Andreas-Hofer-Platz) aufgezeigt, in Modellen mit allen Auswirkungen geprüft und anschließend mit den Beteiligten diskutiert werden.

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Innenstadtentflechtung: So wird die neue Streckenführung aussehen.

So haben etwa Begegnungszonen positive Effekte auf die Volks- und Regionalwirtschaft. “Die WK Wien kommt zum Schluss, dass sich die Parkplatzfrage für die Jungen mittlerweile relativiert und Fußgängerzonen die Innenstädte beleben“, verweist Wolfgang Feigl, Leiter der Abteilung für Verkehrsplanung, auf Entwicklungen und Erkenntnisse, die man auch in zahlreichen anderen lebenswerten und prosperierenden Städten in Europa beobachten kann.

„Die Erreichbarkeit des Zentrums mit dem Auto wird auch weiterhin gegeben sein. Wir dürfen aber die Chance, die Innenstadt mit - moderaten – steuernden Eingriffen im Verkehr in Richtung mehr Grün, Wohn- und Aufenthaltsqualität aufzuwerten, nicht verpassen“, so Kahr.

„Mit dem Bau der Innenstadtentflechtung ergibt sich eine auf Jahrzehnte einzigartige Gelegenheit für Weichenstellungen, die gut vorbereitet und diskutiert gehören und dann binnen der vorgebebenen Zeitfensters umzusetzen sind“, so Kahr, die auf ein Okay des Finanzressorts drängt, um das  Verkehrskonzept als solide Grundlage beauftragen zu können.

21. August 2020