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"Nachfrage im Bereich Lebensbedarf gestiegen"

Kleine Zeitung über Tag der offenen Konten

KP-Mandatare spendeten heuer 157.065 Euro

Kaltenegger lud zum „Tag der offenen Konten“.

GRAZ. Für die einen sind die Gelder als Soforthilfe unersetzlich, andere kritisieren den KP-Sozialfonds als „reine Almosenpolitik“. Jedenfalls haben die Gelder, die die KP-Mandatare von ihren Politikerbezügen in den Fonds zahlen, bereits eine beachtliche Dimension erreicht. Allein heuer kamen 157.056 Euro zusammen. Aus diesen Mitteln wurden 1183 Menschen aus der ganzen Steiermark, die in Not geraten sind, unbürokratisch unterstützt.

„Heuer ist die Nachfrage vor allem im Bereich Lebensbedarf extrem gestiegen“, bemerkt Elke Kahr, KP-Chefin in Graz. „Viele Menschen können sich einfach bestimmte Schulkosten, Lebensmittel oder einfache GVB-Karten nicht immer leisten.“ Der zweite große Brocken sind traditionell Mietzuzahlungen, um Delogierungen zu verhindern. Den KP-Sozialfonds gibt es übrigens seit zehn Jahren, 4028 Personen wurde mit 659.612 Euro geholfen.

Ernest Kaltenegger, mittlerweile KP-Klubchef im Landtag, hatte die Einkommensobergrenze für KP-Politiker – derzeit 2000 Euro – eingeführt und mit dem „Tag der offenen Konten“ 1998 begonnen. „Es ist erstaunlich, dass trotz der guten Konjunktur und der Wirtschaftsdaten so viele Menschen es nicht schaffen, ohne Hilfe zu überleben. Teilweise werden Leute sogar von den öffentlichen Stellen zu uns geschickt.“

Die zweite Stadträtin der Kommunisten in Graz, Wilfriede Monogioudis, hilft mit ihrem Geld einzelnen Projekten. „Vor allem Selbsthilfegruppen, die ich aus dem Gesundheitsbudget der Stadt nicht mehr subventionieren kann, werden von mir so unterstützt.“

Kleine Zeitung, 29. 12. 07

2. Januar 2008