Archivierte Artikel: Die enthaltenen Informationen sind möglicherweise veraltet.

Öffi-Tarife: Nur homöopathische Verbesserungen

Elke Kahr: „Die Bereitstellung von öffentlichen Verkehrsmitteln zu sozial verträglichen Tarifen ist Aufgabe der Politik und kein Almosen.“

IMG_2208.JPG

Der Teuerung bei den Öffi-Preisen wird kein Riegel vorgeschoben, kritisiert Verkehrsstadträtin Elke Kahr.

Die neue Tarifregelung beim Verkehrsverbund bringt nur eine kleine Verbesserung, da die jährlichen Preiserhöhungen ab 2019 nur mehr 1,5 % statt um 1,75 % des Verbraucherpreisindex betragen werden. Verpasst wurde auch die Gelegenheit, Tariflücken bzw. Benachteiligungen im Tarifsystem zu schließen, z. B. durch die Entkoppelung der Seniorenermäßigung für die Stunden- bzw. 24-Stunden-Karte von der ÖBB-Vorteilskarte Senior.

„Das ist weit von dem entfernt, was wir uns vorstellen. Wir hätten uns vielmehr eine Aussetzung der Tariferhöhung oder zumindest eine Deckelung mit dem VPI gewünscht“, macht Stadträtin Elke Kahr klar. Denn bei den Tarifen für den öffentlichen Verkehr sieht sie die öffentliche Hand eindeutig in der Pflicht: „Die Bereitstellung von öffentlichen Verkehrsmitteln und eine entsprechende Preispolitik sind wesentliche Bestandteile der Daseinsvorsorge und damit Aufgabe der öffentlichen Hand, kein Almosen“, so Kahr.

Dass die Jahreskarte Graz eine der günstigsten in ganz Österreich ist und dass es diese Jahreskarte für Einkommensschwache mit SozialCard sogar um nur 50,- Euro/Jahr gibt, sind Errungenschaften, die nur dank des massiven Einsatzes der KPÖ für eine faire und sozial verträgliche Tarifpolitik erzielt werden konnten. „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Deshalb sehen wir diese minimale Verbesserung als Ansporn, bei unseren Forderungen im Interesse der Bevölkerung nicht lockerzulassen“, betont Kahr.

Die Entscheidung über die künftige Tarifgestaltung erfolgte zwischen dem Verkehrsressort des Landes und der schwarz-blauen Stadtkoalition und wurde vorerst für den Zeitraum 2019-2021 festgelegt.

12. November 2018