Plabutschgondel - Ausschreibungen laufen bereits

Stadträtin Elke Kahr: „Es gibt keinen Grund, die Volksbefragung weiter hinauszuschieben!“

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Der offizielle Aufschub des Plabutschgondel-Projektes von Bürgermeister Nagl ist ganz offensichtlich nur ein taktisches Manöver. Denn tatsächlich laufen die Vorbereitungen für das Projekt mit Hochdruck weiter.

Gestern hat die Holding Graz die Ausschreibung der Projektleitung für den Bau der Plabutschgondeltrasse samt Berg- und Talstationen online gestellt, die Präsentation des Siegerteams beim Wettbewerb für den Stationsbau soll Ende 2019 erfolgen. Es gibt einen ganz konkreten Zeitplan, der den Baubeginn für 2022 vorsieht.

„Die Grazer Bevölkerung soll vor der Landtagswahl den Eindruck gewinnen, dass sich die ÖVP von ganzem Herzen dem Umwelt- und Klimaschutz widmet“, sagt KPÖ-Stadträtin Elke Kahr. „In Wirklichkeit hält Nagl aber am Großprojekt fest. Aus der Ausschreibung geht klar hervor, dass es sich nicht um irgendwelche Evaluierungen oder Planungen handelt, sondern dass das umstrittene Steilbahn-Projekt bereits umgesetzt wird“, folgert Kahr. „Niemand kann mehr glaubhaft behaupten, dass es nicht genügend Informationen für eine Volksbefragung gibt. Wir fordern daher, dass Bürgermeister Nagl Wort hält und die Volksbefragung, wie ursprünglich zugesagt, noch im ersten Quartal 2020 durchführt“, so Kahr.

Dass die Plabutsch-Seilbahn kein Umwelt- oder Naturschutzprojekt ist, zeigt die Tatsache, dass in dem Landschaftsschutzgebiet mindestens 3600 Bäume gefällt werden müssten, dass man mit der beabsichtigten Führung der Trasse über den Vincke-Steinbruch den Artenschutz ignorieren will. Geplant ist eine Beförderungskapazität von 1600 Personen/Stunde. Das lässt befürchten, dass keineswegs nur eine Aufstiegshilfe für Ausflügler beabsichtigt ist, sondern eine Zurichtung des Plabutsch für Großevents – inklusive Vernichtung des Lebensraums zahlreicher Tiere und Pflanzen.

23. November 2019