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Politiker verlieren das Gespür für die Leute

Dienstwagenaffäre von Minister Klug - Kommentar im Stadtblatt

Die Dienstwagenaffäre von Verteidigungsminister Klug hat zu einer neuerlichen Diskussion über die Privilegien der Politiker geführt.
Aus diesem Anlass veröffentlichen wir einen Kommentar der Grazer Wohnungsstadträtin Elke Kahr für die demnächst erscheinende Aprilnummer der KPÖ-Zeitung "Grazer Stadtblatt" vorab.

"Warum wenden sich so viele Menschen von den herkömmlichen Politikern ab? Warum nützen selbst die teuersten und raffiniertesten Werbemaßnahmen der Parteien bei immer mehr Menschen nichts mehr? Liegt das an der Bevölkerung, die nicht begreift, wie klug und clever ihre Vertreterinnen und Vertreter sind? Liegt es am Neid wegen der hohen Gehälter und der Privilegien?

Die Antwort auf diese Frage ist eigentlich einfach, aber sie ist bei manchen aus dem Blickfeld verschwunden. Viele Politiker vergessen, wie negativ es bei der Bevölkerung ankommt, wenn sie sich Privilegien herausnehmen.
Nehmen wir das Beispiel Steuerreform: Zuerst sagen einem die Politiker, dass ab 2016 jeder „mehr im Börserl“ haben wird. Nach und nach stellt sich aber heraus, dass wir uns das alles selbst zahlen müssen. Am Ende wird die Mehrheit der Bevölkerung weniger haben als zuvor. Die Reichen bleiben aber ungeschoren.
Gewählte Mandatarinnen und Mandatare sollten sich aber bemühen, das tägliche Leben der Menschen zu verbessern. Sie sollten nicht vergessen, wie man mit einem Durchschnittsgehalt durchkommen und die Familie ernähren muss.

Ist das zu viel verlangt?

Ihre Stadträtin Elke Kahr"

29. April 2015