„Potentielle Opfer schützen, bevor Morde passieren“

Bürgermeisterin Elke Kahr zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November

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Geschlechtsspezifische Gewalt an Frauen passiert häufig hinter verschlossenen Türen, im engsten Familienkreis, in Beziehungen. Sie findet in jeder Gesellschaftsschicht statt, auch in den sogenannten „besseren Familien“, erklärt die Grazer Bürgermeisterin Elke Kahr (KPÖ). (Foto: Nadine Shaabana, unsplash.com)

Dass Frauen psychische und physische Gewalt angetan wird, allein weil sie Frauen sind, dass viele von ihnen sogar ermordet werden, ist eine erschreckende Tatsache, vor der wir nicht die Augen verschließen dürfen. Daran erinnert die Grazer Bürgermeisterin und Frauenstadträtin Elke Kahr anlässlich des Internationalen Tags gegen Gewalt an Frauen am 25. November.

Geschlechtsspezifische Gewalt an Frauen passiert häufig hinter verschlossenen Türen, im engsten Familienkreis, in Beziehungen. Sie findet in jeder Gesellschaftsschicht statt, auch in den sogenannnten „besseren Familien“. „Betroffene Frauen denken oft, sie seien selber schuld an ihrem Leid, schämen sich für die Demütigung, getrauen sich nicht, über das Thema zu sprechen, verharmlosen gewaltsame Übergriffe ihrer Partner, wissen nicht, wohin sie sich wenden können oder werden nicht ausreichend gehört“, erklärt Kahr.


Kurzfristige Maßnahmen, die helfen

Deshalb muss die Gesellschaft die Anwaltschaft für diese Frauen übernehmen. Dazu gehört das Hinschauen: „Wir müssen potentielle Opfer schützen, bevor Morde passieren“, so Kahr. „In Graz werden wir die Fraueneinrichtungen – besonders für Opfer von häuslicher Gewalt – künftig besser fördern, wir wollen weitere Übergangswohnungen für betroffene Frauen schaffen und die Männerberatung ausbauen“, betont die Bürgermeisterin.

Die wichtigste „Waffe“ gegen Gewalt an Frauen jedoch ist die langfristige Prävention. Solange patriarchale Besitzansprüche, frauenfeindliche Vorstellungen und ungleiche Verhältnisse zwischen den Geschlechtern in unserer Gesellschaft akzeptiert sind und sie sogar schon den Kleinsten von Kindesbeinen an vorgelebt werden, wird diese Form der Gewalt fortbestehen.

25. November 2021