Private Rettung für KiMoNo?

Robert Krotzer: Spende könnte Verschnaufpause für Kinder und Eltern schaffen

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Eine private Spende könnte Bewegung in den eingestellten Kinderärztlichen Mobilen Notdienst (KiMoNo) bringen; Gesundheitsstadtrat Robert Krotzer (KPÖ) will die 20.000 Euro annehmen, braucht dazu aber einen Gemeinderatsbeschluss und hofft auf ein Umdenken bei ÖVP und FPÖ.

Der Kinderärztliche Mobile Notdienst, kurz KiMoNo, wurde mit 31. März eingestellt. Die Verhandlungen zwischen Ärztekammer, GKK und Gesundheitsfonds über die Höhe der Bezahlung der Ärzte blieben ergebnislos. Es spießte sich an 20.000 Euro. Ein Aufschrei von Eltern war die Folge.

Nun könnte eine private Spende eines Grazer Juristen, der sich an den Standard gewendet hat, eine Verschnaufpause schaffen. Doch niemand will die Spende annehmen. Wenn eine direkte Spende an KiMoNo nicht möglich ist, will Gesundheitsstadtrat Robert Krotzer (KPÖ) alles daran setzen, dass die Stadt die Spende annimmt und der KiMoNo so rasch als möglich wieder in Betrieb geht. Er hofft, dass Bürgermeister Nagl angesichts der neuen Umstände von seiner Haltung, dass sich die Stadt Graz „nicht einmischen“ solle, abgeht. In der letzten Gemeinderatssitzung hatten sich ÖVP und FPÖ gegen ein Engagement der Stadt Graz ausgesprochen. Die FPÖ zog ihren eigenen Dringlichkeitsantrag zurück, den der SPÖ lehnte die schwarzblaue Mehrheit ab. Damit die Stadt eine Spende annehmen kann, braucht es einen Gemeinderatsbeschluss.

„Die Verschnaufpause, die durch diese Spende möglich wird, dient der Gesundheit der Kinder“, so Krotzer. „Natürlich muss es eine langfristige Lösung zur Finanzierung zwischen Gesundheitsfonds, Ärztekammer und GKK geben, aber auf dem Rücken der Kinder und Eltern sollten keine Machtspielchen betrieben werden. Die Grazer Eltern und Kinder brauchen eine Alternative zu den leider oft mehrere Stunden langen Wartezeiten auf der Ambulanz.“

KiMoNo sicherte die Versorgung durch Kinderärzte und -ärztinnen auch an Wochenenden und Feiertagen. Bis zu 50 Beratungsgespräche und zwischen zehn und 25 Visiten gab es bislang pro Tag. 2017 wurde er durch ein Zusammenwirken von Gesundheitsfonds, GKK und Ärztekammer kostenlos. Davor war das Projekt viele Jahre eine Wahlarztleistung und musste von den Eltern bezahlt werden.

5. Mai 2018