Psychotherapie auf Krankenschein

Gemeinderätin Elke Heinrichs „Ein Tropfen auf den heißen Stein!“

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Leider ist eine psychotherapeutische Unterstützung nach wie vor für viele nicht leistbar.

Psychotherapie auf Krankenschein – seit 2013 thematisiert KPÖ-Gesundheitssprecherin Elke Heinrichs diese Forderung im Gemeinderat. In Österreich ist jeder zweite Mensch mindestens einmal im Leben mit einer psychischen Erkrankung konfrontiert.

„Dass nun der Hauptverband der Sozialversicherungsträger den Zuschuss von 21 auf 28 Euro pro Sitzung erhöht, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Wenn man jedoch die Therapiehonorare betrachtet, erkennt man, dass es sich um einen Tropfen auf den heißen Stein handelt“, so Heinrichs. Pro Sitzung betragen die Honorare zwischen 60 und 130 Euro. „Eine psychotherapeutische Unterstützung ist nach wie vor für viele nicht leistbar“, so Heinrichs.

„Gut 90 Prozent der Patienten, welche mit einer psychischen Erkrankung zum Arzt gehen, werden mit Psychopharmaka behandelt. Dass eine solche Behandlung allein nicht nachhaltig ist, beweisen die stetig steigenden Krankenstände, Kündigungen und Frühpensionierungen aufgrund psychischer Erkrankungen“, verweist Heinrichs auf eine massive Fehlentwicklung. „Ein wesentlicher, sehr bedenklicher Aspekt ist die Tatsache, dass immer mehr junge Menschen mit psychischen Problemen Schule und Ausbildung abbrechen und somit den Einstieg in den Arbeitsmarkt gar nicht erst schaffen“, gibt die KPÖ-Gesundheitssprecherin zu bedenken.

9. August 2018