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Reform geförderter Wohnbau: Licht und Schatten

Elke Kahr: „Statt Keller Abstellboxen auf Grünflächen? – Das ist lebensfremd!“

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Licht und Schatten ortet die Grazer Wohnungsstadträtin Elke Kahr (KPÖ) bei den Reformvorhaben den Steiermärkischen Wohnbau betreffend. So begrüßt sie die Absicht, teure Baustandards zu überdenken ebenso wie den Plan, Kosten für Verkehrsinfrastruktur künftig nicht mehr auf die Mieterinnen und Mieter zu überwälzen.

„Völlig lebensfremd ist es allerdings, auf Keller zu verzichten und stattdessen auf den ohnehin spärlichen Grünflächen Abstellboxen zu errichten“, sagt Kahr. „Wer mit Mieterinnen und Mietern spricht, weiß, dass es einen großen Bedarf an Kellerabteilen und „Abstellkammerln“ in den Wohnungen  gibt“.

Auch die Absicht, Lifte erst ab vier oder mehr Stockwerken vorzuschreiben, löst bei der Wohnungsstadträtin Kopfschütteln aus. Sie verweist darauf, dass die Menschen nicht nur immer älter werden, sondern aufgrund der kaum noch leistbaren Mieten und der hohen Einstiegskosten auf dem sogenannten freien Wohnungsmarkt immer öfter ihr ganzes Leben lang in ihren geförderten Wohnungen bleiben. „Wer schon nachträgliche Lifteinbauten organisiert und durchgeführt hat, weiß, wie schwierig es ist, einerseits die Zustimmungen der MieterInnen zu bekommen sowie die Finanzierung zu sichern“, warnt Kahr daher vor derartigen Plänen.

„Die ganzen Überlegungen könnte man sich jedoch sparen, wenn SPÖ und ÖVP die Gelder aus der Wohnbauförderung nicht zum Stopfen von Budgetlöchern, sondern tatsächlich für den Wohnbau verwendet hätten. Die Wiedereinführung der Zweckwidmung der Wohnbaugelder ist daher dringend notwendig“, so Kahr abschließend.

4. Februar 2014