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Seiersberg-Pirka: KPÖ will Hoffnung geben

Graz-Umgebung: Kandidatur in fünf Gemeinden eingebracht

Am 22. März steht die KPÖ zum ersten Mal in der SCS-Gemeinde Seiersberg-Pirka bei einer Gemeinderatswahl auf dem Stimmzettel. Kandidaten sind Boris Dotlic (52) und Maria Müller (52).

Sie erklären: „Es geht darum, den Menschen wieder Hoffnung zu geben. Sozial gesehen wird vieles immer dunkler. Die Menschen müssen aber einmal Licht sehen, es wird immer dunkler. Wir zeigen auf, wie Politik und Wirtschaft das tägliche Leben immer schwerer machen. Dabei soll jeder und jede sorglos leben können.“

Für Seiersberg-Pirka fordern sie eine bessere Förderung für Kinder und Familien, mehr Kassenfachärzte in der Gemeinde und einen Kautionsfonds als Erleichterung für Mieter mit geringem Einkommen.

Wahlziel ist der Einzug in den Gemeinderat. Dieses Ziel ist angesichts der Ergebnisse der Landtagswahl 2010 in Seiersberg und Pirka nicht unrealistisch.

Die Grazer Stadträtin Elke Kahr – sie ist Bezirksvorsitzende der KPÖ Graz und GU – betonte am Sonntag, dass der KPÖ mit Kandidaturen in Seiersberg-Pirka, Feldkirchen, Gratwein-Straßengel, Gössendorf und Vasoldsberg eine deutliche Ausweitung ihrer Präsenz im Bezirk gelungen ist. Sie verband das mit der Hoffnung auf den Einzug in den einen oder anderen Gemeinderat. Das ist der KPÖ im Bezirk seit 1965 nicht mehr gelungen.

Maria Müller: Für 
Kinder- und Jugendrechte

Bevölkerungswachstum, Verkehrsprobleme – auch durch das Einkaufszentrum –, rege Bautätigkeit, Luftverschmutzung und die Pendlerproblematik prägen Seiersberg. Viele Probleme entstehen dadurch, dass die Koordination mit Graz zu wünschen übrig lässt.

Bei der Landtagswahl haben viele Seiersberger die KPÖ gewählt. Jetzt steht die KPÖ zum ersten Mal auch bei der Gemeinderatswahl auf dem Stimmzettel.

Maria Müller (52) wohnt in der Mitterstraße. Sie hat kein leichtes Leben gehabt: „Ich hab mich immer durchkämpfen müssen. Schon im Lebensmittelgeschäft meiner Eltern habe ich stets mitgearbeitet und dann allein zwei Kinder großgezogen, nachdem mein Mann früh gestorben ist. Ich weiß, wie es den Leuten wirklich geht. Die KPÖ habe ich durch die Mitarbeit in Kinderland kennengelernt. Und ich habe große Achtung vor Elke Kahr und der Arbeit der Grazer KPÖ.“

Ihr großes Anliegen sind die Kinder- und Jugendrechte: „Wenn man bei einer Ferienaktion mitarbeitet, dann sieht man, wie wichtig es ist, dass Kinder von der Straße wegkommen. Und man sieht, welche Verhältnisse es auch hierzulande noch oder schon wieder gibt.“

Deshalb wendet sie sich entschieden gegen das Streichen von Förderungen für Kinder und Familien. Und sie wendet sich dagegen, dass die Zuschüsse für Ferienaktionen gekürzt oder gestrichen werden: „Es wird so viel Geld in überflüssige Sachen gesteckt, aber bei den Kindern wird gespart. Das sehe ich nicht ein“.

Wichtig ist es auch, dass die Menschen, das, was ihnen zusteht, auch bekommen. Hier sind bessere Informationen und Unterstützungen notwendig. Die Sozialberatung der Grazer KPÖ ist in diesem Zusammenhang vorbildhaft. Maria Müller will solche Beratungen in Zusammenarbeit mit Elke Kahr auch in Seiersberg-Pirka durchführen.

9. März 2015