So undurchdacht sind Nagls Augarten-Pläne

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Die Verlegung des Radwegs ist gefährlich, der Verlust des Skateparks und des Spielplatzes unverantwortlich und die Tourismus-Mur-Schifffahrt Geldverschwendung, kritisiert KPÖ-Gemeinderätin Christine Braunersreuther.

Radwegverlegung ist „undurchdacht und gefährlich“

Um die Murpromenade abzusenken und als Gehweg zu etablieren, muss der Radweg verlegt werden. ÖVP und FPÖ wollen ihn in die St.-Petersburg-Allee, die quer durch den Augarten verläuft, verlegen. Wer vom Ufer zum Pavillon oder zum Kinderspielplatz will, muss also die Hauptradroute HR 8, die auch überregional eine große Rolle spielt, überqueren – und riskiert dabei, durch die vielen Bäume, die die Allee säumen, nicht gesehen zu werden. „Gerade Kinder sind hier besonders in Gefahr“, warnt KPÖ-Gemeinderätin Christine Braunersreuther. „Das Konzept ist nicht nur undurchdacht, sondern gefährlich. Das in Windeseile durch den Gemeinderat zu peitschen, ist fahrlässig.“


Skatepark, Teile des Spielplatzes und Bäume gehen verloren

Ganze 10 Prozent der Freizeitfläche gehen im Augartenpark verloren. Darunter befinden sich auch der Skatepark und Teile des Spielplatzes mit der beliebten Hängebrücke. Platz für Ersatz bietet nur die Wiese, auf der sich jetzt noch die Fußball-, Frisbee- und Federball-Spieler tummeln. „Hier sollen Fußballer gegen Skater ausgespielt werden, die sich um die Restflächen raufen müssen“, so Braunersreuther.
Zig Bäume sind schon dem Bau des Zentralen Speicherkanals zum Opfer gefallen. Für den Bau der Bucht sollen 20 weitere geschlägert werden. Die Neupflanzungen werden Jahrzehnte brauchen, um so zu wachsen, dass sie die verlorenen ersetzen können.

 

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Planerstellung: freiland Umweltconsulting ZT GmbH

Tourismus-Mur-Schifffahrt um 3 Millionen?

Als Verkehrsmittel kann die von ÖVP und FPÖ unlängst präsentierte Schiffslinie nicht genutzt werden. Für die Strecke von 3 km ist eine Wegstrecke bei 5 Stationen von ganzen 40 Minuten angedacht. „Sie also maximal für den Tourismus nutzbar“, erklärt Braunersreuther. Die Anlegestellen sollen beim Kunsthaus, dem Kajakclub, dem Augartensteg, dem neu zu errichtenden Hafen in der Angergasse, der Seifenfabrik und beim Kraftwerkspark sein. Knapp 3 Millionen Euro soll das Projekt kosten. „Geld, das anderswo viel dringender benötigt würde, wenn man an die Verkehrssituation denkt“, findet Braunersreuther.

Die Boote sollen auch als Party- oder Hochzeitslocation dienen, heißt es vonseiten des Bürgermeisters. „Weil sie aber wie in Amsterdam nur eine Höhe von 1,80 bis 1,90 m hoch sein werden, muss man dann darauf achten, nicht allzu große Menschen einzuladen“, schüttelt Braunersreuther den Kopf.

5. Juli 2018