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"Soziale Gerechtigkeit war immer unser Anliegen"

Stadträtin Elke Kahr ist "Steirerin des Tages" der Kleinen Zeitung

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Neo-Stadtrtin Elke Kahr

Emotionen zeigen gehört nicht zum Persönlichkeitsbild von Elke Kahr. Aber von wegen brave Parteisoldatin, die nun mit einem Posten belohnt wird. Wenn es um ihren Aufstieg als KP-Wohnungsstadträtin und Nachfolgerin von Ernest Kaltenegger geht, reagiert selbst sie auf derartige „Unterstellungen“ mit eindeutigen Emotionen: „Ich habe meinen Kopf immer schon zum Denken verwendet, ich bin ein rebellischer Geist, auch innerhalb der Partei. Mit brav sein hat das nichts zu tun.“

Obwohl: Arbeit hat die gebürtige Grazerin in den letzten zwanzig Jahren genug in die Partei gesteckt. Überall dort, wo sie gebraucht wurde. „Ich habe Transparente gemalt, Veranstaltungen organisiert, Mitglieder betreut und Kollegen, die keinen Führerschein besitzen, chauffiert. Ich habe mir meine Sporen verdient“, betont die 44-Jährige, die seit 1983 Mitglied der Kommunistischen Partei ist und seit 1985 auch in der Grazer Bezirksleitung beschäftigt ist. 1993 folgte mit ihrem Einzug in den Gemeinderat schließlich das erste politische Amt. 1998 übernahm Kahr die Führung des KP-Klubs.

Auch privat gehört ihr Herz einem Kommunisten, ist sie doch seit 18 Jahren mit dem KP-Landes(vorsitzenden) Franz Stephan Parteder liiert, mit dem sie auch einen Sohn hat. Aufgewachsen ist Kahr als Adoptivkind in „eher einfachen Verhältnissen“. Soziale Gerechtigkeit sei immer das Anliegen der Kommunisten gewesen, die sich hierzulande nichts vorzuwerfen hätten, „außer, dass vielleicht vieles unkritisch betrachtet wurde“.

Nächste politische Herausforderung ist für die frisch gekürte Stadträtin die Gemeinderatswahl 2008, der sie sich aller Voraussicht nach als KP-Spitzenkandidatin stellen wird. Ob dafür die Fußspuren eines Ernest Kaltenegger nicht zu groß sind? „Ich habe gar nicht vor, in die Fußspuren meines Vorgängers zu treten. Die wären natürlich zu groß. Ich trage seit Jahren die Schuhgröße 37 und habe auch damit einen sehr guten Stand.“



30. Mai 2009