Tageszentren: Finanzielle Hürden beseitigen!

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Tageszentren für Senior:innen müssen von der Landesregierung gestärkt werden, sie sind ein wichtiger Bestandteil der Pflege-Landschaft, fordert der Grazer Pflegestadtrat Robert Krotzer.

Tageszentren sind ein wichtiger Baustein in der Strategie „Mobil vor stationär“ und in der gesamten Pflege-Landschaft für alte und ältere Menschen. Neben der Versorgung mittels frisch gekochter Mahlzeiten bedeutet dies vor allem eine Unterstützung der allgemeinen körperlichen Fitness und eine Aufrechterhaltung der geistigen Fitness. Als wichtiges Angebot ermöglichen sie für die Besucher:innen Freundschaften aufzubauen und zu pflegen. Sie wirken somit präventiv gegen Einsamkeit, Depression und Verwahrlosung.

Es ist zu begrüßen, dass die Tageszentren nun längere Öffnungszeiten haben können und auch einer breiteren Zielgruppe geöffnet werden. Nicht nachvollziehbar ist jedoch, warum es gleichzeitig zu Einschränkungen kommt Das betrifft folgende Gruppen:

  • Personen in 24-Stunden-Betreuung
  • Pflegegeldbezieher:innen unter 60 Jahren und
  • Über 60-Jährige Personen ohne Pflegegeldeinstufung

All diese Menschen dürfen in den Tageszentren ausschließlich als Selbstzahler:innen aufgenommen werden. Das stellt für die Betroffenen oftmals eine hohe finanzielle Hürde dar.

Die Landesregierung bestimmt die Richtlinien, wer die Tageszentren in Anspruch nehmen darf und für wen sozial gestaffelte Tarife gelten. Denn die Anzahl an alten und älteren Menschen mit geringem Einkommen, die möglichst lange in den eigenen vier Wänden verbleiben wollen und können, nimmt stetig zu. Die Stadt Graz leistet mit dem Klient:innentarifmodell hierzu bereits einen vielbeachteten Beitrag.
Gleichzeitig verlangt das Land Steiermark von den Tageszentren eine Jahresauslastung von 85%, welche auch abseits der Corona-Pandemie nicht immer zu erfüllen ist. Von den Betreibern der Tageszentren ist bekannt, dass Plätze vorhanden sind. Es mangelt demnach am politischen Willen das Angebot auszubauen und einen erschwinglichen Zugang zu den Tageszentren zu ermöglichen. Die Tarife sind ohnehin gestaffelt nach Einkommen und eine Unterstützung der öffentlichen Hand würde somit gerade jenen Personen zu Gute kommen, die eine geringe Pension haben und sich nicht als Selbstzahler:innen das Angebot der Tageszentren leisten können.

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Mit einem einzigartigen Klient:innentarifmodell leistet die Stadt Graz bereits einen vielbeachteten Beitrag zur Strategie „mobil vor stationär“, so Pflegestadtrat Robert Krotzer

„Tageszentren geben Menschen Halt und Sicherheit, sie schützen vor Einsamkeit und ermöglichen es vielen Menschen, länger in ihrer gewohnten Umgebung zu bleiben. Das schafft Lebensqualität im Alter, spart Geld und schützt auch die Pflegeheime vor Überlastung. Daher ist es einfach unverständlich, weshalb noch immer so viele Menschen Tageszentren nur mit hohen Kosten nutzen können. Hier müssen wir dringend für einen kostengünstigen Zugang sorgen“, fordert der Grazer Gesundheitsstadtrat Robert Krotzer (KPÖ) von der steirischen Landesregierung Verbesserungen für die betroffenen Senior:innen.

1. April 2022