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„Tierschutz ist Erziehung zur Menschlichkeit!“

KPÖ-Gemeinderätin Martina Thomüller antwortet auf Josef Kalteneggers Kommentar zum VGT

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"Tierschutz ist Erziehung zur Menschlichkeit!", möchte man Herrn Kaltenegger ins Gesicht schreien, wenn er (wie in der letzten Ausgabe der Wochenzeitung Neues Land) den Verein gegen Tierfabriken (VGT) als "Verein gemeiner Terroristen" bezeichnet.

Der Chefredakteur der Wochenzeitung des Steirischen Bauernbundes behauptete unter anderem, Tierschützer/innen würden „…mit Unterstützung schlecht gemachter Fernsehsendungen Bauern und Bürger mit ihrer Einstellung terrorisieren“.

 

Nun ist es schon wahr, dass Klein- und Biobauern, allmählich die Nase voll haben von ständigen unangekündigten Kontrollen der TieraktivistInnen, die ihrerseits nur das Wohl der Tiere sicherstellen wollen und das im Rahmen der Möglichkeiten, die der Gesetzgeber für sie vorsieht.

Aber diese sind keineswegs der Feind, sondern sind sie ein wichtiger Teil des aktiven und passiven Widerstandes gegen die Profitgier jener milliardenschweren Konzerne der Tierfabriken und  Agrar-Riesen,  die Profit über Menschlichkeit stellen und so die Qualität unsere Ernährung bzw. unser Essverhalten mit nachweislich folgenschweren und schädlichen Auswirkungen für Mensch, Tier und Umwelt verändern.

Was sie an Qualität bei den Lebensmitteln einsparen, wenden sie dazu auf, um die Produktionsweisen u. Haltungsbedingungen der Nutztiere vor den Verbrauchern zu verheimlichen und zu vertuschen. Normal wird es einem schon schlecht, wenn man sich in Dokumentationen ansieht, wie heutzutage unsere Fleisch produziert wird. Dann braucht es auch keine Pferdefleischskandal, der uns wieder mal vor Augen führt, wo uns die Agrarpolitik, die vordergründig von der ÖVP geprägt ist, hingebraucht hat. Wirtschafts- und Marktkonformität, Globalisierung und Neoliberalismus – sprich einheitlich, groß, und günstig ist die Devise.

Dabei ist wirklich unverständlich, wie die ÖVP immer noch den Zuspruch der Bauern und Bäuerinnen halten kann, obwohl diese seit Jahrzehnten eine Ausrottungspolitik unserer heimischen Kleinbetriebe betreibt. Wer heute einen kleinen Bauernhof betreiben will, kann das höchstens noch als teures Hobby bewerkstelligen. Den Landbewohnern fehlt es an Arbeit in ihren Wohngebieten und dies führt natürlich dazu, dass es immer mehr Menschen (vor allem die junge Generation) in die Städte treibt oder ins soziale Abseits.

Dieser Artikel soll offensichtlich nur ein neues falsches Feindbild schaffen. Aber der Wirklichkeit entspricht dies nicht. Die wahren „Feinde“ (wenn man so will) in dieser dehumanisie­rten Gesellschaft sind jene herrschenden Parteien, die ihrer eigene extrem problematische (Agrar-) Politik  zu vertuschen versuchen, indem sie Angst, Hass und Entfremdung unter der Bevölkerung verbreiten.

Es geht jetzt darum, sich nicht weiter Sand in die Augen streuen zu lassen, sondern klar zu erkennen, was hier geschieht und Widerstand zu leisten – für ein gemeinsames solidarischen Miteinander zwischen Mensch, Tier und Umwelt.

 

| Martina Thomüller

15. April 2013