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Überziehungszinsen: Schuldenfalle schnappt weiter zu

EU-Richtlinie bringt keine Begrenzung der Wucherzinsen

„Die EU handelt in der Frage der Überziehungszinsen auf Girokonten im Interesse der Banken und setzt keine Schritte zur Entlastung der Menschen.“ Das stellte die Grazer KPÖ-Stadträtin Elke Kahr am Sonntag fest.
Eine neue Richtlinie der EU verpflichtet die Banken nämlich lediglich zur Information von Kunden, die ihre Konten längerfristig überziehen. Eine Begrenzung der Höhe von Überziehungszinsen ist aber nicht vorgesehen.
Elke Kahr: „Die Schuldenfalle schnappt also weiterhin zu. Dabei hätten die Banken allen Grund dazu, ihren Kundinnen und Kunden bei der Höhe der Überziehungszinsen entgegen zu kommen.“
Banken und Sparkassen erhalten von der Europäischen Zentralbank derzeit Geld zum Nulltarif. Die Geldinstitute werden von der Regierung mit Milliardenbeträgen gestützt. Die Sparzinsen nähern sich der Null-Linie an. Trotzdem verlangen die Banken noch immer Wucherzinsen, wenn das Gehaltskonto überzogen wird.
Neben der KPÖ spricht sich auch die AK vehement dafür aus, dieses riesige Körberlgeld für die Banken zu begrenzen.

Elke Kahr: „Für die Pleite von Geldinstituten wie die Hypo,Volksbanken oder Kommunalkredit zahlen wir viele Milliarden an Steuergeldern. Die Bevölkerung muss das mit immer neuen Belastungen bezahlen. Trotzdem halten die Banken an der Politik der Mini-Sparzinsen und der Maxi-Überziehungszinsen fest. Und die Regierung sieht diesem Missverhältnis tatenlos zu.“

Die KPÖ fordert aus diesem Anlass erneut, die Überziehungszinsen auf Girokonten zu begrenzen. 5 Prozent mehr als der Leitzins der EU-Zentralbank wären angemessen.

28. September 2015