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Umweltzone: Es gibt sozial gerechte Alternativen

Stadträtin Kahr fordert alternierende Fahrverbote und Gratis-ÖV

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Stadträtin Elke Kahr fordert sinnvolle und gerechte Maßnahmen zur Feinstaubbekämpfung anstatt einer Ankurbelung der Automobilindustrie.

Die Ankündigung einer Umweltzone hat bei zahlreichen Grazerinnen und Grazern Verunsicherung ausgelöst. Obwohl es noch keine wirklich aussagekräftigen Zahlen darüber gibt, welchen Nutzen eine Umweltzone in Bezug auf die Feinstaubbelastung hätte, soll diese durchgezogen werden. Klar ist jedoch schon eines: Die sozialen Auswirkungen sind gravierend.

„Dabei gäbe es sinnvolle und vernünftige Alternativen zur Umweltzone, wie z. B. Fahrverbote, alternierend an geraden Tagen für Fahrzeuge mit Nummerntafel mit gerader Endziffer und an ungeraden Tagen für Fahrzeuge mit ungerader Endziffer. Gleichzeitig sollte an Feinstaubtagen ein Nulltarif bei öffentlichen Verkehrsmitteln in Betracht gezogen werden“, fordert Stadträtin Elke Kahr. „Eine solche Maßnahme würde eine Gleichbehandlung aller Grazerinnen und Grazer bedeuten, was auf die Umweltzone nicht zutrifft.“

Kahr erinnert daran, dass gerade Haushalte mit geringem Einkommen kaum über die neuesten Technologien bei ihren Fahrzeugen verfügen und daher häufig auf alte Modelle angewiesen sind, die sie sich gerade noch leisten können. Durch die Einführung einer Umweltzone würden schlagartig viele Menschen gezwungen, sich ein neues Auto zu kaufen, auf das sie vielfach angewiesen sind. Die Umweltzone hätte also den Effekt, willkommene Impulse für die Automobilindustrie zu setzen, während die Feinstaubbelastung nicht wirklich reduziert würde.

Der Ausbau, die Attraktivierung und vor allem auch die Verbilligung des Öffentlichen Verkehrs sind notwendige Voraussetzungen nicht nur zur Bewältigung eines Fahrverbots, sondern auch zur effektiven und dauerhaften Reduzierung des Feinstaubproblems.

Rückfragehinweis:

Stadträtin Elke Kahr, Tel.: 0664/1209700

 

19. April 2012