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"VP betreibt bewusste Angstmache"

Elke Kahr im Interview mit der Kleinen Zeitung

Kahr: "Bewusste Angstmache"

Frau Stadträtin, was sagen Sie zu den Spekulationen, Sie könnten nach der Wahl eine KPÖ-SPÖ-Grünen-Koalition anführen?

ELKE KAHR: Das ist bewusste Angstmache der ÖVP, um die eigenen Leute zu mobilisieren. Ja, es besteht die reale Hoffnung, die Zahl der Mandate und den Stadtratsitz zu verteidigen, weil es einen wachsenden Zuspruch für unsere Art von Politik gibt - in wie vielen Prozenten sich das niederschlägt, wäre aber Hellseherei.

Wie erklären Sie sich diese Sympathiewelle?

KAHR: Die KPÖ steht für ein anderes Politikverständnis. Wir wollen den Menschen Hoffnung geben, dass Politiker auch anders sein können. Die aktuelle Nervosität der anderen Parteien ist ein Stil, der uns fremd ist. Man muss ein guter Verlierer und ein seriöser, nicht abgehobener Gewinner sein können.

Wenn Sie am Wahlabend eine Gewinnerin sind: Werden Sie den Anspruch auf den Bürgermeister stellen?

KAHR: Das wäre angesichts unserer aktuellen Stärke von elf Prozent vermessen.

Wenn Sie wieder in die Stadtregierung einziehen, wird sich aber zwangsläufig die Koalitionsfrage stellen. Was dann?

KAHR: Wir verwehren uns niemandem, aber Koalition kann ich mir keine vorstellen, bestenfalls Bereichskoalitionen.

Welches Ressort, abgesehen vom derzeitigen Wohnressort, würden Sie gerne verantworten?

KAHR: Wir haben in der KPÖ viele Experten und sind sicher in der Lage, jedes Ressort zu führen.

Für jeden Bereich liegt ein Fünf-Jahres-Plan bereit?

KAHR: (lacht) Ja, wie in alten Zeiten.

(Kleine Zeitung, 23. 11. 2012)

22. November 2012