Wahlkampf: Heißer Endspurt auf dem heißen Pflaster
Schauplatz Lendplatz: Ein Besuch beim KPÖ-Infostand, an dem vier KPÖ-Wahlkämpfer:innen in der heißesten Phase des Grazer Gemeinderatswahlkampfs 2026 um Stimmen für die Politik von Bürgermeisterin Elke Kahr werben.
„Dürfen wir sie um Ihre Stimme bitten!“ Der angesprochene junge Mann mit schwarzem Wuschelkopf bleibt kurz stehen, blickt auf den Flugzettel mit dem Konterfei von Elke Kahr in seiner Hand und lächelt: „Selbstverständlich! Wer den sonst!“
An diesem Mittwochvormittag, gerade einmal fünf Tage vor der Grazer Gemeinderatswahl am Sonntag, 28. Juni, haben Elke, Christian, Johann und Armin ihren KPÖ-Wahl-Infostand unter einem wohltuend Schatten spendenden Baum auf dem Lendplatz aufgestellt. Für sie ist das heiße Pflaster Lend quasi ein Heimspiel, denn der leuchtend rote KPÖ-Sonnenschirm ist dort nicht nur zu Wahlzeiten präsent. Ganz im Gegenteil: „Wir sind regelmäßig hier, um uns den Wünschen, Sorgen und Nöten der Grazer:innen anzunehmen und ihnen zu zeigen, dass wir von der KPÖ für sie da sind“, betont Wahlkämpfer Amir und drückt einem interessiert blickenden Mittvierziger einen Infozettel und ein Feuerzeug in die Hand.
Die Menschen verstehen. Der wahrscheinlich am meisten motivierende Grund dafür, dass die vier, aber auch alle anderen KPÖ-Wahlkampfhelfer:innen dieser Tage mit spürbarer Freude und Überzeugung argumentieren, überzeugen und auch schwitzen, hat einen Namen: Elke Kahr. Vom Kuriosum einer kommunistischen Bürgermeisterin in einer österreichischen Großstadt hat sie sich zum Phänomen einer weithin geschätzten und beliebten Stadtchefin gemausert: Ehrlich, authentisch, bürgernah, immer ein offenes Ohr für die Menschen und „sie wisse, wo den Bürger:innen der Schuh drückt“.
Johann erzählt, dass viele Menschen mit persönlichen Nöten rund um hohe Preise, hohe Mieten und hohe Lebenskosten an den KPÖ-Stand kommen. „Und es kommen auch etliche, denen Elke Kahr in so einer Notlage zugehört und geholfen hat. Das sind für mich jene Momente, die mir zeigen, dass sich jede Minute, die ich hier für Elke stehe und werbe, lohnt.“ Das Wichtigste sei, da ist man sich einig, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Was dabei auffällt: Es gibt kein böses Wort über die Mitbewerber:innen. Den Leitsatz dahinter hat Elke Kahr ihren Parteigenoss:innen ins Stammbuch geschrieben: „Man wird selbst nicht besser, wenn man auf andere losgeht!“
Die Elke, die an diesem Tag das KPÖ-Team auf dem Lendplatz verstärkt, ist nicht die Bürgermeisterin selbst, sondern Grazer Gemeinderätin, die aus dem Erfolgsrezept ihrer bürgermeisterlichen Chefin kein Geheimnis macht: „Die Elke versteht die Menschen und ihre Probleme wirklich, ein Verständnis, das sie zutiefst verinnerlicht hat.“ Eine Fähigkeit, die man weder schnell in einem Kurs lernen noch glaubhaft vortäuschen kann.
Der liebe Verkehr. Das Thema Verkehr in Graz zählt zu jenen, die an den KPÖ-Infoständen generell am häufigsten diskutiert und auch kritisiert werden. „Ich kann nicht mehr mit dem Auto zum Lendplatz auf einen Kaffee fahren, weil ich keinen Parkplatz finde,“ habe ein älterer Herr vor kurzem Gemeinderätin Elke angesprochen. „Man muss gerade beim Thema Verkehr ehrlich zu den Menschen sein“, betont diese. „Denn vor allem angesichts der wachsenden Einwohnerzahl in Graz werden wir einfach nicht alle Bedürfnisse befriedigen können.“
Der Verkehr ist an diesem Tag auf dem Lendplatz kein wirklich großes Thema. Vielleicht ist es einfach zu heiß dafür. Wahlkämpfer Christian beackert sowieso viel lieber ein anderes Gebiet – die Jugend: „Die schönsten Momente sind die, wenn sich junge Menschen für Politik interessieren und wir ihnen zeigen können, dass ihre Stimme bei Elke Kahr bestens aufgehoben ist.“
Schön langsam heizt die Mittagssonne dem Lendplatz ein. Ein junger Mann holt sich noch schnell einen Kugelschreiber und einen Flyer vom Infostand. Auch an ihn geht die Bitte: „Dürfen wir Sie um Ihre Stimme bitten.“ „Eh klar,“ meint der schmunzelnd. „Aber die habt ihr eh schon!“
CHK
Veröffentlicht: 26. Juni 2026