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WEGRAZ greift nach Hummelkaserne

Kahr: "Was geht hinter den Kulissen vor?"

„Jetzt wird mir einiges klarer“. Mit diesen Worten kommentierte die Grazer Wohnungsstadträtin Elke Kahr (KPÖ) am Dienstag das Interesse der (durch den Kommod-Haus-Abbruch bekannt gewordenenen) Immobilienfirma WEGRAZ am Areal der Grazer Hummelkaserne.
Zur Vorgeschichte: Über 5.200 Grazerinnen und Grazer haben mit ihrer Unterschrift die Forderung der KPÖ nach Gemeindewohnungen auf Kasernengrund unterstützt, der Gemeinderat hat diese Forderung einstimmig mitgetragen. Im Sommer 2009 hat die Stadt Graz bei der bundesheereigenen Immobiliengesellschaft SIVBEG (die mit dem Verkauf der Kasernengrundstücke betraut ist) das öffentliche Interesse am Areal der Hummelkaserne angemeldet. Es ist der Wunsch der Stadt, dass dort unter anderem Gemeindewohnungen und ein städtisches Pflegeheim errichtet werden.
Im Herbst 2009 lehnte die SIVBEG aber in einem Brief an die Stadt das öffentliche Interesse an der Hummelkaserne ab. Und jetzt greift die Hohenberg-Firma WEGRAZ nach diesem Grundstück.
Elke Kahr: „Was geht hinter den Kulissen vor? Ich erwarte mir, dass mit offenen Karten gespielt wird. ÖVP und SPÖ müssten auf allen politischen Ebenen gerade jetzt eigentlich ein Interesse daran haben, dass in der zweitgrößten Stadt Österreichs sozialer Wohnbau möglich bleibt. Verteidigungsminister Darabos, Finanzminister Pröll und sein Staatssekretär Lopatka haben es in der Hand, für eine soziale Stadtentwicklung und gegen die Interessen mächtiger Immobilienfirmen einzutreten.“
Für die Grazer KPÖ gilt nach wie vor, was auch Stadtrat Rüsch in der Gemeinderatssitzung am 25. Juni 2009 wörtlich über das öffentliche Interesse an der Hummelkaserne gesagt hat: „Damit zeigt die Stadt ganz klar, dass sie an diesem Grundstück interessiert ist. Das Grundstück hat auch stadtentwicklungsstrategisch großen Wert“.

Elke Kahr: „Wir wenden uns entschieden dagegen, dass der Bau von Gemeindewohnungen auf dem Grund der Hummelkaserne nicht im öffentlichen Interesse liegen soll und fordern die zuständigen Minister auf, eine Entscheidung zu Gunsten der Stadt Graz und ihrer Bewohner zu treffen. Bürgermeister Nagl sollte sich endlich gegenüber seinen Parteifreunden im Bund durchsetzen.“

19. Januar 2010