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Winterdienst: Zwischenbilanz der Grazer Wirtschaftsbetriebe

Große Aufgaben gelöst - einzelne Problemzonen noch vorhanden

So heftig wie in den Tagen rund um die Jahreswende hatte es in Graz schon lange nicht mehr geschneit - immerhin wurden bis dato Schneefälle bis zu einer Höhe von 106 Zentimetern gemessen. Vergleicht man die Schneemengen der letzten zehn Jahre, stechen zwei Wintersaisonen besonders hervor: Mit lediglich fünf Zentimeter Niederschlag verzeichnete man im Winter 2000/2001 den geringsten Schneefall, den höchsten hingegen im Winter 1996/97 mit 180 Zentimeter.

Dank der guten Einsatzorganisation der Grazer Wirtschaftsbetriebe verlief der erste große "Winterdienst-Einsatz" in der heurigen Saison reibungslos. Die Fahrbahnen sind in Graz derzeit schneefrei und auch baulich getrennte Radwege befinden sich generell in sehr gutem Zustand. Problemzonen stellen allerdings manche Radfahrstreifen dar - das sind farblich markierte Radwege, die Teil der Fahrbahnen sind. Auf diesen Radfahrstreifen sammelt sich der von den Gehsteigen und den Fahrbahnen geräumte Schnee und verwandelt sich an manchen Stellen in Eis. Auch AutofahrerInnen ärgern sich in diesen Tagen mitunter über Schneehäufen, die die vorhandenen Parkflächen reduzieren.

Diese "Problemzonen" können nur durch eine sehr arbeitsintensive Methode beseitigt werden - nämlich durch Salzstreuung und anschließendes manuelles Aufhacken und Beseitigen dieser Schnee- und Eisreste. Aufgrund der intensiven Niederschläge und beschränkter Lagerkapazitäten kommt es derzeit in ganz Österreich zu Lieferengpässen bei Salz. In Graz wurden bis dato rund 1.400 Tonnen Salz eingesetzt - also deutlich mehr als in den Wintersaisonen davor (siehe Tabelle). Für den Fall, dass auch die Salzvorräte der Wirtschaftsbetriebe zur Neige gehen, müssen alle Fahrzeuge innerhalb kürzester Zeit auf Splittstreuung umgestellt werden.

Winterdienst-Einsatz wetterabhängig

Wie intensiv Pflüge und Streufahrzeuge nach einem Wintereinbruch unterwegs sein müssen, hängt sowohl von den Niederschlägen bzw. der Feuchtigkeit, aber auch stark von den Temperaturen ab. Die Menge der eingesetzten Streumittel korreliert nicht mit den gemessenen Schneehöhen. Entscheidend sind vor allem die Wetterbedingungen nach Schneefällen: Herrscht Tauwetter, löst sich das "Schneeproblem" in kurzer Zeit in Wasser auf. Purzeln die Temperaturen hingegen unter Null Grad - verwandelt sich auch der schönste Pulverschnee in rutschiges Eis.

(Nach Graz online)

11. Januar 2006