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Wird die Green City Ankerstraße – Straßganger Strasse zur Horror-City?

"Häuser so hoch wie am Berliner Ring": Gemeinderäte Bergmann und Sikora entlarven Hochhaus-City-Pläne

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Gemeinderat Christian Sikora: "Dieses Projekt ist der absolute Wahnsinn für die anrainenden BürgerInnen!"

Am vergangenen Montag wurde der Bebauungsplan Strassganger Straße – Ankerstraße in Webling vorgestellt. Wie viele andere vermuteten die Teilnehmenden Klubobfrau Ina Bergmann und Gemeinderat Christian Sikora, dass der Titel des Bebauungsplanes, nämlich „Green City Graz“, für sanfte Bebauung und schönes Wohnen im Grünen stehe.

Bei näherem Rückfragen stellte sich allerdings heraus, dass dem nicht so ist. Tatsächlich sollen auf dem ehemaligen Leykam-Gelände bis zum Hotel Paradies 15 acht- bis elfstöckige Häuser mit insgesamt 600 Wohnungen entstehen. „Die Höhe der Gebäude soll demnach 35,5 Meter betragen. Das entspricht der Gebäudehöhe am Berlinger Ring“, macht Ina Bergmann die wahren Dimensionen des geplanten Bauprojektes deutlich.

„Auf dem Plan, der auf den ersten Blick ja nur die Grundrisse offenbart, schaut alles nach lockerer Bebauung aus. Hätte ich nicht nachgefragt, wären die wahren Absichten hinter dem Bebauungsplan gar nicht zutage getreten. Mit dem Titel „Green City Graz“ wollte man wohl vertuschen, dass hier ein Wohnghetto entstehen soll. Das ist eine Vorspiegelung falscher Tatsachen“, zeigt sich die Gemeinderätin empört.

Und Christian Sikora ergänzt: „Dieses Projekt in dieser Höhe ist der absolute Horror und Wahnsinn für die anrainenden BürgerInnen. Auch in der Verkehrsfrage fehlen rund um das Ortszentrum von Straßgang noch immer Planungsvorschläge und deren Verwirklichung, wie die Umfahrung und Entlastung vom Ortskern Straßgang, ein Direktanschluss von der Straßganger Straße zur Autobahn A9 und die fehlende wichtige Unterführung in der Kärntner Straße beim GKB Bahnübergang.“!

Doch damit nicht genug: Die Bebauung in dieser Höhe soll direkt an den Grüngürtel anschließen. Auch eine Überschreitung der derzeit vorgeschriebenen Bebauungsdichte soll zugesichert werden. Sikora und Bergmann weisen darauf hin, dass diese Art der Bebauung mit Häusern, die wie Säulen in den Himmel ragen, überhaupt nicht in das Siedlungsgebiet passt. „In der Gegend gibt es keine Häuser in dieser Höhe“, so Bergmann.

Wie sich außerdem herausstellte, wurde trotz der geplanten Gebäudehöhen keine Luftströmungsanalyse gemacht. „Das halte ich angesichts der Tatsache, dass das Gebiet von Straßgang im Süden bis Gösting im Norden stark von Feinstaub belastet ist, für fahrlässig. Eine weitere Einschränkung der Durchlüftung muss unbedingt verhindert werden!“, mahnt die Klubobfrau.

Achtung: Die Einwendungsfrist für diesen Bebauungsplan läuft nur noch bis 13. 9.!

Rückfragehinweis: Klubobfrau Ina Bergmann, Tel.: 0664/60 87 22 150, GR Christian Sikora: 0650 27 01 963
 

5. September 2012