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Wohnbauförderung wird ausgeräumt

Stadträtin Elke Kahr sieht bedenkliche Entwicklung - Auch Wohnbeihilfen in Gefahr?

Im Rahmen eines von der Landesregierung beschlossenen Maßnahmenpaketes sollen die Wohnbauförderungsmittel um weitere 11,5 Millionen Euro gekürzt werden. Eine Maßnahme, die bei Wohnungsstadträtin Elke Kahr auf Fassungslosigkeit stößt.

Im Vergleich zu den 90er Jahren ist die Zahl der jährlich errichteten Wohnungen in der Steiermark um ein Drittel zurückgegangen. Und das obwohl im Großraum Graz die Bevölkerung rasant angewachsen ist. Experten sprechen von einem Defizit von 600 Wohnungen, jährlich!

Die Folgen dieser verheerenden Wohnbaupolitik sind abzusehen. Durch die steigende Nachfrage werden die Wohnungsmieten noch stärker ansteigen. Bereits jetzt sind es längst nicht mehr nur Kleinverdiener, Arbeitslose, PensionistInnen oder allein erziehende Mütter, die sich die Mieten auf dem sogenannten freien Markt nicht mehr leisten können. Auch Durchschnittsverdiener sind immer öfter mit Mieten konfrontiert, die bis zu 40% ihrer Einkommen ausmachen.

Im städtischen Wohnungsamt sind 1700 Grazerinnen und Grazer für die Zuweisung einer leistbaren Wohnung vorgemerkt. Gleichzeitig braucht die Bauwirtschaft dringend Aufträge. Anstatt mit einem Sonderwohnbauprogramm für Graz gleich zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, räumt die Landesregierung fleißig weiter die Wohnbautöpfe aus. Bereits 1992 hat man ja damit begonnen, aushaftende Rückflüsse aus der Wohnbauförderung an Banken zu verscherbeln, um Budgetlöcher zu stopfen.

Wohnungsstadträtin Elke Kahr: „Letztendlich sind es also wieder die wenig Begüterten, die für die von Banken und Managern verursachten Krise bezahlen müssen. Wenn diese besorgniserregende Entwicklung des schamlosen Plünderns von Wohnbaumitteln weiter geht, wird man sich in Zukunft sogar ernsthafte Sorgen um die Wohnbeihilfen machen müssen.“

5. Mai 2009