Archivierte Artikel: Die enthaltenen Informationen sind möglicherweise veraltet.

Zehnter Todestag: Straße nach Franz Leitner benennen!

Leitner rettete vielen jüdischen Kindern das Leben und wurde dafür als „Gerechter unter den Völkern“ geehrt

leitner_ehrung.jpg

Franz Leitner bei seiner Ehrung mit Kardinal Franz König (li.)

Am 20. Oktober jährt sich der Todestag von Franz Leitner zum zehnten Mal. Anlässlich dieses Jahrestags erneuert KPÖ-Gemeinderat Andreas Fabisch seine Forderung nach einer Würdigung des ehemaligen Kommunistischen Landtagsabgeordneten durch die Stadt Graz. 

Weil er im KZ vielen jüdischen Kindern das Leben rettete, wurde Leitner von der Israelischen Gedenkstätte Yad Vashem als Gerechter unter den Völkern geehrt, der höchsten Auszeichnung für Menschen nicht-jüdischer Herkunft. 
„Es ist höchste Zeit, das Leben und Wirken von Menschen, die sich für andere Menschen heldenhaft eingesetzt haben, mit einer Straßenbenennung zu würdigen“, sagt Fabisch. 

An Franz Leitners Todestag zeigt der KPÖ-Bildungsverein das Filmdrama Nackt unter Wölfen, das auf dem gleichnamigen Roman von Bruno Apitz basiert. Film und Buch handeln von der Geschichte des von Leitner geretteten Stefan Jerzy Zweig, der als Dreijähriger nach Buchenwald gebracht wurde. Im Anschluss gibt es ein Filmgespräch mit Ernst Kaltenegger und dem Historiker Heimo Halbrainer.


Ein Leben für die Gerechtigkeit

Franz Leitner wurde schon mit 18 Jahren aus politischen Gründen vom Ständestaat inhaftiert. Nach dem sog. „Anschluss“ Österreichs an Nazi-Deutschland erfolgte seine Verhaftung und Deportation ins KZ Buchenwald. Als Blockältester des „Kinderblocks“ konnte er nicht nur erfolgreich für bessere Haftbedingungen kämpfen, sondern auch vielen jüdischen Kindern das Leben retten. Dafür wurde ihm 1999 durch die Jerusalemer Gedenkstätte Yad Vashem der Titel „Gerechter unter den Völkern“ verliehen. Franz Leitner war auch aktiv an der Selbstbefreiung der KZ-Häftlinge in Buchenwald beteiligt.
Nach dem Krieg wurde er Vizebürgermeister und Stadtrat von Wiener Neustadt. Später erfolgte seine Übersiedelung nach Graz, wo er in den Jahren 1961 bis 1970 als Abgeordneter zum Steiermärkischen Landtag tätig war. Weiters wirkte er im Präsidium des Bundesverbandes der ehemaligen österreichischen Widerstandskämpfer und Opfer des Faschismus. Leitner war Träger des Menschenrechtspreises des Landes Steiermark und des Goldenen Verdienstzeichens des Landes Wien
 

15. Oktober 2015