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Zur Insolvenz von AE&E

Elke Kahr: Private können nicht unbedingt besser wirtschaften

„Die Pleite der Kovats-Firma AE&E hat auch für die Arbeitsplatzsituation in Graz eine negative Bedeutung.“ Das erklärte KPÖ-Stadträtin Elke Kahr am Mittwoch, nachdem die Firmenleitung einen Insolvenzantrag gestellt hatte.
Die Vorgängerfirmen von AE&E, Waagner-Biro und Simmering Graz Pauker, hatten in der Industriegeschichte der steirischen Landeshauptstadt eine lange positive Tradition. Die jetzige Pleite ist eine Folge der Auslieferung dieser Betriebe an das Privatkapital und zuletzt an den Abenteurer Mirko Kovats.

Kovats hat sein Vermögen (Firmenbeteiligungen, Immobilien....) in zwei Privatstiftungen geparkt. Anlegerschützer Wilhelm Rasinger hat kritisiert, dass Kovats in den letzten Jahren unverhältnismäßig viel in seine Privatstiftung geschaufelt habe. Der Dreier-Vorstand der A-Tec habe sich allein 2009 eine Erfolgsprämie von 1,6 Mio. Euro neben einer Million Euro an Fixbezügen ausbezahlt. Es sei davon auszugehen, dass der Vorstandsvorsitzende (Kovats) den Löwenanteil davon kassiert habe. Erst vor kurzem hat sich Kovats ein eigenes Privat-Flugzeug „gegönnt“. Er müsste sich eigentlich mit diesem Vermögen an der Sanierung beteiligen. Das ist bisher aber nicht der Fall.

Elke Kahr: „Jetzt gibt es zwar die vage Hoffnung darauf, dass die Firma Andritz den Betriebsteil der Anlagenbaufirma in Raaba übernimmt. Die jetzige Pleite ist aber ein weiterer Beweis dafür, dass es nicht stimmt, dass Private auf alle Fälle besser wirtschaften können.“

24. November 2010