1.700 beim Maiaufmarsch der KPÖ in Graz

Elke Kahr: „Wir zeigen, dass Politik menschlich sein kann“

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Unter der Losung »Gemeinsam für ein gutes Leben« demonstrierten Menschen am Vormittag des 1. Mai in der steirischen Landeshauptstadt. Elke Kahr hielt am Eisernen Tor die Hauptrede.
Foto: © Simon Gostentschnigg, KPÖ

Dem Aufruf zur traditionellen Mai-Demo der steirischen KPÖ folgten bei Kaiserwetter 1.700 Menschen. Unter der Losung „Gemeinsam für ein gutes Leben“ startete der Demonstrationszug am Südtirolerplatz zum Eisernen Tor, wo die Grazer Bürgermeisterin die Hauptrede (siehe hier) hielt und dabei deutliche Worte zur politischen Entwicklung in Österreich fand:

„Wir sagen ganz klar Nein zu dieser Politik der Umverteilung von unten nach oben. Und wir sagen Nein zu dieser Umverteilung von Sozialleistungen hin zu Panzern und Raketen“, betonte Kahr: „Wir wollen aber nicht kriegstüchtig – sondern friedensfähig sein!“
 

„Zeigen, dass Politik menschlich sein kann“

Auch auf die in weniger als zwei Monaten stattfindende Gemeinderatswahl ging die Bürgermeisterin in ihrer Rede ein und hielt fest: „In Graz haben wir unseren Blick von unten bewahrt. Wir haben Haltung gezeigt und Hoffnung gegeben. Und wir werden damit nicht aufhören, auch wenn das der Wirtschaftskammer, den Unternehmerverbänden und manchen Parteien nicht gefällt.“

Vor dem „Kurswechsel“, den Konkurrenten plakatieren, warnte Kahr: „Blau-Schwarz im Land zeigt vor, was uns auch in Graz blühen würde: Streichungen bei nicht genehmen Organisationen und Einrichtungen, Einschnitte bei Sozialem, Verkauf von öffentlichem Eigentum und Rückbau von Umweltschutzmaßnahmen. Dazu sagen wir entschieden Nein!“
 

„Kriege schon fast normal geworden“

„Die arbeitenden Menschen dürfen sich ihre Ziele und ihre Forderungen nicht nehmen lassen“, betonte die Kommunistin – auch um die politischen Entwicklungen in Österreich und der Steiermark in die internationalen Zusammenhänge einzuordnen: „Wir leben in einer Welt, in der Kriege fast schon normal geworden sind: Iran, Gaza, Libanon, Sudan, Venezuela, Ukraine. Überall sterben Menschen, werden in die Flucht getrieben, Häuser, Fabriken, Straßen, riesige Werte werden zerstört. Und man versucht, ein Land wie Kuba auszuhungern und von der Energiezufuhr abzuschneiden, ohne nur einen Funken daran zu denken, welches immense Leid man hier den Menschen antut. Das wollen und werden wir nicht hinnehmen“, so Kahr. Deutlich wurde sie auch in Richtung der politischen Gegner, die der KPÖ aus ihren Überzeugungen einen Strick drehen wollen: „In welcher Gesellschaft sind wir eigentlich gelandet, wenn man kritisiert und angegriffen wird, wenn man das Leid der palästinensischen Zivilbevölkerung anspricht und der kubanischen Bevölkerung zur Seite steht?“
 

Kommunismus bei Kaiserwetter

Ihren Abschuss fand die Kundgebung traditionell mit dem Singen der Internationale. Bis den Abend feiern die Kommunisten und Kommunistinnen im Grazer Volkshaus. Bei freiem Eintritt lässt eine internationale Küchenstraße keine kulinarischen Wünsche offen. Das Musikprogramm rund um die Mundart-Blues-Combo Charlie und die Kaischlabuam , die Grunge-Band Kalliota, das Masala Brass Kollektiv und die Death-Metal-Formation Behind the Rails sorgen für Unterhaltung bis zum Abend. Der Höhepunkt des Festes wird der Auftritt von Russkaja-Sänger Georgij Makazaria mit Alexander Shevchenko am Bajan.

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Veröffentlicht: 1. Mai 2026