80 Jahre »Anschluß«

Niemals vergessen: Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!

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Gleich nach dem "Anschluss" am 12. März 1938 gingen die Nazis brutal gegen politisch Andersdenkende, Jüdinnen und Juden vor. In der Nacht auf den 10. November brannten sie dann die Grazer Synagoge nieder. (Foto: IKG Graz)

Vor 80 Jahren hörte Österreich auf zu existieren. Es wurde ein Teil des Deutschen Reichs unter Adolf Hitler. Schon seit Feber waren die illegalen Nazis immer wieder in Graz aufmarschiert. Graz wurde von der NS-Propaganda deshalb als „Stadt der Volkserhebung“ gefeiert.

Die Verfolgung von Jüdinnen und Juden und politisch Andersdenkenden begann unmittelbar. Etwa 2.400 Grazer und Grazerinnen waren von den „Nürnberger Gesetzen“ betroffen und wurden entrechtet. Viele von ihnen waren von massiven Repressalien betroffen und wurden schließlich deportiert und ermordet. Stürmisch und unter frenetischem Jubel wurde Hitler in Graz begrüßt, als er hier seine Rundreise durch die nunmehrige „Ostmark“ begann, um für den „Anschluss“ zu agitieren.

Als sowohl die Bischofskonferenz als auch der Sozialdemokrat Karl Renner den „Anschluss“ begrüßten, war es die KPÖ, die an einem eigenständigen und demokratischen Österreich festhielt.

Es begann unmittelbar der Widerstand gegen das faschistische Regime – auch wenn viele Kommunisten und Kommunistinnen gleich nach der Annexion verhaftet wurden oder untertauchen mussten. Vor allem in den für den Krieg relevanten Industrien gründeten sich Widerstandszellen. Sie verbreiteten antifaschistische Informationen und sabotierten die Rüstungsproduktion. Durch die Rote Hilfe bekamen die Familien von politischen Häftlingen und Ermordeten, denen es am nötigsten fehle, Unterstützung. In späteren Kriegsjahren wurde mit „Soldatenbriefen“ versucht, Frontsoldaten vom Irrsinn der Weltmachtsfantasien Hitlers zu überzeugen und vom Überlaufen zu überzeugen. Widerstand formierte sich auch in den Gefängnissen und Konzentrationslagern. In einer groß angelegten Eingemeindung wurden auch die bis dahin eigenständigen Gemeinden Liebenau, St. Peter, Waltendorf, Ries, Maria Trost, Andritz, Gösting, Eggenberg, Wetzelsdorf und Straßgang Teil von Graz.

Im Salzkammergut, in Südkärnten, auf der Koralm und im Großraum Leoben bildeten sich auch auf österreichischem Boden eigenständige Partisanenverbände. Österreicher und Österreicherinnen traten auch in die jugoslawische Volksarmee ein und kämpften für die Befreiung ihrer Heimat – auch in eigenen österreichischen Bataillonen. 90 Prozent der antifaschistischen Flugzettel und Zeitungen waren kommunistischen Ursprungs. 80 Prozent derjenigen, die wegen widerständiger Tätigkeit vor dem Volksgerichtshof oder dem Oberlandesgericht standen, waren Kommunisten und Kommunistinnen oder des Kommunismus verdächtig.
An herausragende Frauen der KPÖ Steiermark erinnert derzeit die Ausstellung Streiflichter im Volkshaus Graz.

Am 8. Mai 1945 fand das „tausendjährige Reich“ sein Ende. Als Österreich von den Alliierten Armeen vom Faschismus befreit wurde, hatte der industrielle Massenmord und der barbarische Krieg der Nazis Millionen Menschenleben gefordert und die Welt in Schutt und Asche hinterlassen.

Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus! Das waren die Lehren, die daraus gezogen wurden. Am 10. Dezember 1948 wurde Allgemeinde Erklärung der Menschenrechte verkündet. Am 26. Oktober 1955 ratifizierte Österreich das Verfassungsgesetz über die immerwährende Neutralität.

„80 Jahre nach dem sogenannten „Anschluss“ gilt es, die Lehren aus den folgenden Jahren der Hölle nicht zu vergessen.“ Das sagt die steirische KPÖ-Sprecherin Claudia Klimt-Weithaler. „Wenn heute von einem deutschnationalen Grazer Vizebürgermeister der Bezug auf die Menschenrechte verächtlich gemacht und stattdessen die „Werte der Väter“ hochgehalten werden, wenn heute die Neutralität immer weiter ausgehöhlt wird und Österreich sich der Militarisierung der EU und der „NATO-Partnerschaft für den Frieden“ andient, dann muss man dem entschieden entgegen treten. Frieden, Demokratie und soziale Gerechtigkeit müssen wir jeden Tag aufs Neue verteidigen und erringen.“

14. März 2018