So will die KPÖ die Öffi-Teuerung bremsen

Elke Kahr: „Öffentlicher Verkehr muss leistbar sein!“

2018-03-07-Öffiteuerung.jpg

„Öffentlicher Verkehr muss leistbar sein“, sagt KPÖ-Verkehrsstadträtin Elke Kahr. Im Landtag stimmten ÖVP, SPÖ, FPÖ und Grüne für die Beibehaltung des jährlichen Teuerungsmodells. KPÖ-Verkehrssprecher Manfred Eber setzt sich dafür ein, dass die Stadt die Erhöhung der Jahreskarte Graz auffängt.

In der Steiermark wird der ÖV für viele zum Luxus. Die jährliche Teuerung liegt weit über dem Verbraucherpreisindex. Das ist vertraglich gedeckt. Seit vielen Jahren will die KPÖ das ändern. Am 1. Juli 2018 findet der nächste Preisschub statt.

Stadt Graz steuert dagegen

„Um die rasante Preisentwicklung abzufedern, steuert die Stadt Graz dagegen“, erklärte Stadträtin Elke Kahr (KPÖ) heute in einer Pressekonferenz. Mit der SozialCard Mobilität können wirtschaftliche schwache Grazer und Grazerinnen die Holding Graz Linien um 50 Euro pro Jahr benutzen. Mit dem Mobilitätsscheck können Studierende unter 27 die vier, fünf oder sechs Monate gültigen Studienkarten vergünstig erwerben. Beim gemeinsamen Beschluss des Doppelbudgets 2015/16 ist es der KPÖ gelungen, Bürgermeister Nagl und die ÖVP davon zu überzeugen, die Jahreskarte Graz zum Preis einer Halbjahreskarte anzubieten. „Die steigenden Verkaufs- und Fahrgastzahlen haben uns recht gegeben“, betont KPÖ-Klubobmann und Verkehrssprecher Manfred Eber.

Nächste Teuerung am 1. Juli

Konterkariert wird das durch die jährliche Verteuerung. „Das 1,75-Fache der Inflation ist möglich – und wird vom Verkehrsverbund fast immer voll ausgeschöpft“, kritisiert die KPÖ. So soll ab 1. Juli die Stundenkarte satte 2,40 Euro kosten und die Jahreskarte um ganze 18 Euro teurer werden. Im Lenkungsausschuss des Verkehrsverbunds soll das am 14. März abgesegnet werden. Auf Schiene gebracht wird es bereits heute im Kooperationsgemeinschaft der steirischen Verkehrsunternehmen.

Die KPÖ wird sich deshalb im Gemeinderat dafür einsetzen, dass die Teuerung um 18 Euro von der Stadt aufgefangen wird. „Ziel der günstigeren Jahreskarte ist eine attraktive Preisgestaltung, die zum Umsteigen auf die ÖV motiviert. Dieser Kurs muss beibehalten werden“, so Eber. Wünschenswert wäre auch, wenn die Zuzahlung auch von denen in Anspruch genommen werden könnte, die über die Zone 1 hinaus pendeln.

Landtag: Außer KPÖ alle für Teuerung

Die Teuerung trifft die gesamte Steiermark. Die KPÖ macht deshalb auch in den anderen Gemeinden, die im Verbund vertreten sind (Leoben, Kapfenberg), sowie im Landtag gegen die Teuerung mobil. Im Landtag stimmten am 6. März allerdings alle Fraktionen gegen den KPÖ-Antrag, von der Regelung abzurücken, jährlich Teuerungen bis zum 1,75-Fachen des VPI durchzuführen.

Länger gültiger Einzelfahrschein und eine „absurde Lücke“

Es gibt auch noch andere Schrauben, an denen die KPÖ drehen will. So möchte Kahr die Gültigkeitsdauer des Einzelfahrscheins ausweiten. Dieser sollte, geht es nach dem Wunsch der Stadträtin, statt einer Stunde, zumindest zwei Stunden gültig sein. „Dann kann man damit auch tatsächlich Erledigungen in der Stadt machen“, so Kahr.

Eine „absurde Lücke“ soll ebenso geschlossen werden. Für Kinder, die zwar schon älter als sechs Jahre sind, aber noch nicht in die Schule gehen, müssen Tickets zum Vollpreis gekauft werden. „Dieses Problem, von dem über 700 Kinder betroffen sind, möchten wir noch heuer lösen“, sagt Kahr.

7. März 2018