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Verkehrsminister winkt mit Förderung für vage Stadtgondel

Elke Kahr: Es gibt keine seriösen Grundlagen zur Beurteilung von Nagls Lieblings-Projekt

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Als zumindest hinterfragenswürdig bezeichnet die Grazer Verkehrsstadträtin Elke Kahr (KPÖ) die Blanko-Förderzusage von Verkehrsminister Norbert Hofer für Bürgermeister Nagls Gondelprojekt. „Es wäre zwar ein Durchbruch, wenn der Bund erstmals ein städtisches Nahverkehrsprojekt unterstützen würde, doch fehlen für das Projekt einer Stadtgondel sämtliche Grundlagen. Es sind einfach zu viele Fragen technischer und rechtlicher Natur sowie überhaupt von Kapazitäten und Verkehrswirksamkeit offen, als dass man dieses Vorhaben als neue Dimension des Grazer ÖVs abfeiern könnte“.

2016 gab es einen ersten mündlichen Bericht einer TU-Studie im Kontrollgremium (die Lenkungsstelle zwischen Stadtregierung und Holding Graz Linien), eine Projektskizze, der zufolge die Stadtgondel zwischen Schwarzl Freizeitzentrum und Weinzödl großteils entlang der Mur mit jeweils riesigen P&R-Anlagen an den Endstationen verkehren sollte. Die Rede war von geschätzten 33.000 Fahrgästen pro Tag – was der Kapazität einer durchschnittlichen Tram-Linie entsprechen würde. Der damals versprochene schriftliche Bericht erfolgte bis heute nicht und ist aktuell wieder für das Kontrollgremium Anfang Juli avisiert.

„Wir haben die Holding und die Rathaus-Koalition wiederholt aufgefordert, die Pläne auf den Tisch zu legen, damit Experten sie prüfen können und ein seriöser Systemvergleich angestellt werden kann. Ich persönlich glaube nicht, dass es Sinn macht, neben Straßenbahn und Bus ein weiteres ÖV-System einzuführen. Wogegen ich mich verwahre, ist eine Verschleppung dringend notwendiger Verbesserungen im Straßenbahn- und Busbetrieb, die hier und jetzt angegangen werden müssen.“

25. Mai 2018