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Mieten: Saftige Erhöhung im April

Kahr: „Das Versprechen vom leistbaren Wohnraum vor den Nationalratswahlen war leeres Wahlkampfgetöse!“

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Mieterinnen und Mieter müssen sich auf einen neuen Preisschock gefasst machen: Ab 1. April steigen die Richtwertmieten – das sind jene Mieten, die für nach 1994 abgeschlossene Mietverträge gelten – in der Steiermark um 4,6 Prozent von zuletzt 7,11 auf 7,44 Euro pro m².

Auch die Kategoriemieten für ältere Mietverträge werden angehoben, und zwar, je nach Kategorie um 5,3 bis 6,2 Prozent pro m². So soll der Quadratmeterpreis für Wohnungen der Kategorie A statt bisher 3,25 Euro ab April 3,43 Euro betragen. Die Kategoriemieten wurden zuletzt im Herbst 2011 um 5,5 Prozent erhöht, die Richtwertmieten wurden vor genau zwei Jahren ebenfalls um mehr als fünf Prozent angehoben.

„Vor den Nationalratswahlen haben Politiker von SPÖ und ÖVP sich mit Forderungen nach und Versprechungen von leistbarerem Wohnraum überschlagen. Jetzt, nach den Wahlen, schaut die Realität ganz anders aus und den Menschen werden ohne Skrupel saftige Erhöhungen zugemutet“, ärgert sich Wohnungsstadträtin Elke Kahr.

Kahr fordert die Politik einmal mehr dazu auf, die Richtwertmieten abzuschaffen und klare Mietzinsobergrenzen zu definieren. Als ersten Schritt sieht die Grazer Wohnungsstadträtin eine Senkung der Richtwertmieten sowie die Abschaffung des undurchschaubaren Zuschlagssystems.

„Die ungebremste Mietpreisentwicklung wird noch mehr Menschen an die Grenzen der Belastbarkeit bringen, denn während die Wohnungskosten davongaloppieren, wird der Kreis der Bezieherinnen und Bezieher der Wohnbeihilfe aufgrund der niedrigen Einkommensgrenzen immer kleiner“, so Kahr, die daran erinnert, dass es bis heute auch keine automatische Indexanpassung bei der Wohnbeihilfe gibt.

Wie die erst gestern veröffentlichten Daten zur Lebensqualität (LQI) für Graz ergeben haben, sind es vor allem die Lebenserhaltungskosten, die den Menschen zu schaffen machen. „Das ist kein Wunder“, sagt Kahr. „Die Gebührenautomatik, auf die die Regierungspaktpartner ÖVP, SPÖ und FP so stolz sind, verschärft die Problematik noch weiter.“ Erst mit Jänner wurden die Preise für Kanal und Müll angehoben. Im April folgt der Wasserpreis.

7. März 2014