„Tag des Fahrrads“: In Graz wird Ringradweg neu geplant

Brauchen zeitgemäße Lösung in Abstimmung mit Innenstadtentflechtung“, so Stadträtin Elke Kahr.

Fahrrad.jpg

"Wichtig ist mir, dass es bei der Neuplanung keine halbe Sachen wie einen auf dem Gehweg dazugepinselten Radweg geben wird", so Elke Kahr.

Vor 40 Jahren läutete der erste Popup-Radweg im Stadtpark die Renaissance des Fahrrads als Verkehrsmittel ein – ein Radwegenetz wurde ausgerollt und in den folgenden Jahren weiterentwickelt. „Heute ist es Zeit für einen Qualitätssprung“, erklärt Stadträtin Elke Kahr anlässlich einer Aktion der Radlobby ARGUS, die mit einem roten Teppich am Joanneumring am „Tag des Fahrrads“ eine augenscheinliche Lücke im Radnetz quer durch das Zentrum aufzeigt und deren Schließung fordert. „Wir haben für den Opern- und Joanneumring eine neue Planung gestartet und sind zuversichtlich, dass in Abstimmung mit der Innenstadtentflechtung endlich eine gute Lösung gelingt“, so Kahr.

Im Zuge des Baus der Tram-Linie durch die Neutorgasse und über den Andreas-Hofer-Platz („Innenstadtentflechtung“) soll auch der Radverkehr berücksichtigt und damit eine Entlastung für die FußgängerInnenzone Schmiedgasse erzielt werden. „In Zusammenhang mit diesem Vorhaben wird die gesamte Verkehrsorganisation zwischen Herrengasse um Mur angeschaut. Hier tut sich eine große Chance auf, die politischen Absichtserklärungen für mehr Rad- und Fußverkehr und die Bevorrangung der Öffis in die Tat umzusetzen.“ Der Auftrag für die entsprechende Vorplanung „Altstadt West“ wird von der Abteilung für Verkehrsplanung unter Einbeziehung anderer Abteilungen - sobald die Mittel gesichert sind – demnächst  erteilt; die Fertigstellung der Innenstadtentflechtung, die auch den Neubau der Tegetthoffbrücke bedingt, ist für 2024 vorgesehen.

Die Komplettierung des Ringradwegs, der dann eine wichtige Alternative zum für RadfahrerInnen schwierigen Jakominiplatz bieten soll, wurde übrigens schon mehrfach in Angriff genommen: Mitte der 1990er-Jahre scheiterte der Versuch einer südseitigen Durchbindung am Gehsteig an den Geschäftsleuten, 2011 wurde das wieder aufgegriffene Projekt erneut abgesagt.

Kahr zusammenfassend: „Wichtig ist mir, dass es bei der Neuplanung keine halbe Sachen wie einen auf dem Gehweg dazugepinselten Radweg geben wird. Wenn, dann soll es einen getrennten und gesicherten Zweirichtungsradweg geben, der modernen Standards entspricht.“

3. Juni 2020