Welttag der Pflege – KPÖ für sechste Urlaubswoche

Stadtrat Robert Krotzer zum Welttag der Pflegenden

Pflege-Hände.jpg

Der 12. Mai ist der Welttag der Pflegenden. (Foto: sabinevanerp, pixabay)

Im Zeichen der Corona-Krise bekommt der Welttag der Pflegenden am 12. Mai eine ganz besondere Bedeutung. „Die Beschäftigten in den Spitälern sowie in der stationären und mobilen Altenpflege waren schon vor dem Shutdown am Limit ihrer Kräfte. Derzeit leisten sie Großartiges, das mehr verdient, als ritualisierte Danksagungen“, betont der Grazer Gesundheits- und Pflegestadtrat Robert Krotzer (KPÖ). Er erneuert die Forderung nach einer sechsten Urlaubswoche für Pflegekräfte.

Die Unterstützung der KPÖ findet der ÖGB-Vorschlag nach einem Corona-Tausender für die Beschäftigten in den systemrelevanten Berufen.

Trotz des Einknickens der ÖGB-Führung nicht vom Tisch sind für die KPÖ wichtige Punkte aus den Kollektivvertragsverhandlungen der Sozialwirtschaft. Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohn- und Personalausgleich sowie substanzielle Gehaltserhöhungen. Denn gute Arbeitsbedingungen und faire Gehälter würden außerdem „besser gegen Personalmangel wirken als jede Image- und Werbekampagne“, so Krotzer.

2018-04-09-Robert-bei-PK.jpg

Ob in den Heimen, ob als Angehörige oder als 24-Stunden-Betreuerinnen, den Großteil der Pflege übernehmen Frauen. Daran erinnert KPÖ-Stadtrat Robert Krotzer anlässlich des Welttags der Pflegenden am 12. Mai.


80 Prozent werden zuhause gepflegt

80 Prozent der zu pflegenden Menschen lebt zuhause. Von ihnen nimmt die Hälfte in der einen oder anderen Form mobile Dienste in Anspruch. Geht es nach der KPÖ, sollten diese ausgebaut werden. „Es ist wichtig, dass man so lange es möglich ist, zuhause bleiben kann“, so Krotzer. Deshalb gelte es, auch Angebote zu schaffen, die pflegende Angehörige entlasten. „Sehr viel Fürsorge wird von Verwandten, meist Frauen, geleistet. Sie gehen dabei oft an die Grenzen ihrer Belastbarkeit“, sagt Krotzer.

Nicht vergessen, so Krotzer, darf man die vielen 24-Stunden-Betreuerinnen aus Osteuropa, die nun mit Sonderzügen ab Donnerstag in der Steiermark ankommen. Sie müssen sich Reisekosten, Testungen plus das Einzelzimmer in einem Hotel, in dem sie einen Tag auf das Testergebnis warten müssen, vielfach selbst bezahlen. „Dafür braucht es bessere Lösungen“, so Krotzer.


Erleichterungen in Graz

Einige Erleichterungen in der Krise konnten in Graz erreicht werden: eine tagesaktuelle Pflegeheimdatenbank, die unbürokratische Förderung von Besuchskabinen in Pflegeheimen sowie Konzerte, um im Alltag der Bewohner und Bewohnerinnen in den Heimen etwas Abwechslung zu schaffen.

11. Mai 2020