So durchschaubar ist Nagls Greenwashing

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Schwarz-blau gibt Mehr Geld für Marketing aus als für ökologische Maßnahmen!

Am 5. November hat der Grazer Gemeinderat ein Budget für 2021 beschlossen – die KPÖ stimmte dagegen. Einer der vielen Gründe: In Sachen Ökologische Stadtentwicklung planen ÖVP und FPÖ wie so oft mehr Marketing als tatsächlich wirksame Maßnahmen.

„Budget für ökosoziale Zukunft“ titelt das stadteigene Informationsmedium BIG. Auf fliederfarbenem Hintergrund wird im Innenteil dann darüber aufgeklärt, was die schwarz-blaue Regierungskoalition unter „ökosozial“ versteht: Ausgaben, die nichts mit Klima- oder Naturschutz zu tun haben, werden dazu erklärt und als solche vermarktet. „Wenn mehr Geld für Marketing als für konkrete ökologisch wirksame Maßnahmen ausgegeben wird, gibt es dafür einen Fachbegriff: Greenwashing“, kommentiert KPÖ-Naturschutzsprecherin Christine Braunersreuther.

Als größte stadteigene Ausgabe für den Klimaschutz (die Radfahroffensive wird zur Hälfte vom Land getragen) wird der Zentrale Speicherkanal angeführt. Ein Kanal, der nur für ein überflüssiges Kraftwerk nötig wurde und der zu allem Übel wertvolles Oberflächenwasser, das wir dringend zur natürlichen Kühlung der Stadt bräuchten, in die Mur leitet.

Auch der Fernwärmeausbau ist beim Klimaschutz genannt. Doch so lange die Fernwärme hauptsächlich aus der Verbrennung von Gas in Heizwerken in der Puchstraße oder in Mellach gespeist wird, ist dies nicht klimafreundlicher, als würden die Grazerinnen und Grazer selbst mit Gasthermen heizen.

Der Umbau des Recyclingcenters, der außerdem genannt ist, ist tatsächlich dringend nötig, um es auf aktuellen Stand der Technik zu bringen. Es könnten aber auch dabei viele Ressourcen eingespart werden, wenn nicht so viel Plastikmüll entsorgt werden müsste. Doch gegen die Einführung von Pfand auf Plastikflaschen, wie es fast überall in Europa bereits üblich ist, haben ÖVP und FPÖ gestimmt.

Ein weiterer großer Posten ist für den Klimafonds reserviert. Aus dem haben sich bisher jedoch kaum sinnvolle Projekte entwickelt – denn die Sprühanlage am Tummelplatz kann wohl nicht zu einem solchen gezählt werden. Nun soll der Klimabeirat – nach zweijähriger (!) Evaluierung des Ist-Zustands – bis 2030 ein Maßnahmenbündel entwickeln, für das dieses Budget verwendet wird.

Schneller könnten dagegen Stadtbäume gepflanzt werden, von denen „für 2 Mio. Tausende“ wachsen sollen, wie man in der BIG liest. Das sind jedoch hauptsächlich Ersatzpflanzungen. Diese können die großkronigen Bäume, die etwa für den Speicherkanal oder die unzähigen Bauprojekte gefällt wurden, nicht ersetzen. „Würde man sich wenigstens das Papier sparen, auf dem dieses ganze Werbebrimborium gedruckt wird, dann hätte die Umwelt was davon“, kritisiert KPÖ-Gemeinderätin Braunersreuther die Schamlosigkeit des Greenwashings.

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Christine Braunersreuther ist Gemeinderätin der KPÖ Graz.
Kontakt: christine.braunersreuther@gmx.net

12. November 2020